Kreisverband Meppen

„Schwangeren wird es weiterhin schwer gemacht“, meint donum vitae Emsland

Stegemann informiert sich über Arbeit der Schwangerschaftsberatung im Emsland

Der Verein donum vitae berät im Emsland seit über 20 Jahren Frauen und Familien bei Fragen rund um die Schwangerschaft. „Das Team von donum vitae ist ein wichtiger Fürsprecher für das ungeborene Leben und steht an der Seite der Schwan-geren und ihren Familien, damit diese während und nach der Schwangerschaft immer einen vertrauensvollen Ansprechpartner finden“, unterstreicht der heimische Bundes-tagsabgeordnete Albert Stegemann (CDU) im Gespräch mit dem Verein in Lingen.

Zum Foto v.li.: MdB Albert Stegemann, Marita Langenbach, Vorsitzende donum vitae Emsland e.V., Christel Johnscher, Beisitzerin, Silvia Kolodzey, Beraterin donum vitae Meppen, Waltraud Wolbert, Beraterin donum vitae LingenZum Foto v.li.: MdB Albert Stegemann, Marita Langenbach, Vorsitzende donum vitae Emsland e.V., Christel Johnscher, Beisitzerin, Silvia Kolodzey, Beraterin donum vitae Meppen, Waltraud Wolbert, Beraterin donum vitae Lingen

Seit Sommer letzten Jahres ist der neue Vorstand im Emsland aktiv. Die Vorsitzende Marita Langenbach, Beisitzerin Christel Johnscher sowie die Beraterinnen Waltraud Wolbert und Silvia Kolodzey geben in einem Gespräch dem Abgeordneten Einblicke in den Alltag der Beratungsarbeit. Im Emsland sind insgesamt fünf Beraterinnen in den vier Beratungsstellen in Lingen, Meppen, Papenburg und Werlte aktiv.

„Der Bedarf ist einfach da“, berichtet Waltraud Wolbert aus der Beratungsstelle in Lin-gen. Sie ist Beraterin der ersten Stunde und seit über 20 Jahren aktiv. Im letzten Jahr suchten 685 Frauen oder Paare die Beratungsstellen im Emsland auf. Dabei gehe es häufig um Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt, Elternzeit und finanzielle Unterstützung und regionale Hilfen in den ersten Lebensjahren. Aber auch Themen wie psychosoziale Beratung und Begleitung bei vorgeburtlichen Untersuchungen so-wie bei Trauer und Verlust eines Kindes sind von zentraler Bedeutung. Zugleich nehme die Schwangerschaftskonfliktberatung wichtigen Raum ein. Jedes dritte Anlie-gen liege in diesem Themenfeld.

Dabei fühlen sich viele Frauen während einer Schwangerschaft immer wieder enor-men wirtschaftlichen und psychischen Zwängen ausgesetzt. Gerade junge Menschen in der Ausbildung, im Studium oder in befristeten Arbeitsverträgen hadern aufgrund des gesellschaftlichen Drucks, finanzieller Abhängigkeiten und anderer Überforderun-gen häufig mit ihrer Schwangerschaft. Hier sieht Marita Langenbach eine wichtige Auf-gabe der Vereinsarbeit. „Wir möchten dazu beitragen, dass Frauen in schwierigen Le-benssituationen stets professionelle, empathische Unterstützung für einen guten Le-bensweg finden.“

In Deutschland ist bei einem geplanten Schwangerschaftsabbruch eine verpflichtende Beratung vorgeschrieben. Hier verstehen sich die Beraterinnen von donum vitae als Vertrauenspersonen der Frauen und Paare. Mit Blick in die Zukunft erhofft sich donum vitae eine stärkere Wertschätzung und finanzielle Unterstützung. Bisher würde die Be-ratung vom Staat nicht entsprechend honoriert und man sei auf Spenden angewiesen. Für finanziell Schwächere fordern die Beraterinnen eine Kostenübernahme durch So-zialträger oder Krankenkassen für eine verlässliche Verhütung, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden. Albert Stegemann sagt hier Unterstützung zu.

Intensiv diskutiert wurde die für Freitag geplante Entscheidung des Bundestages zur Aufhebung des Verbots der Werbung für den Schwangerschaftsabbruch. Bisher lässt §219a des Strafgesetzbuchs die Information über einen Schwangerschaftsabbruch zu, jedoch keine Werbung. Der donum vitae Bundesverband sieht keine Notwendigkeit, dieses Verbot aufzuheben, da Informationen über den Schwangerschaftsabbruch für alle Frauen in einem Schwangerschaftskonflikt bereits jetzt gut zugänglich seien.

Für Albert Stegemann bleibt es ein zentrales Anliegen, dass Abtreibungen nicht zu einem Geschäftsmodell werden. Zugleich müsse es selbstverständlich sein, dass jede Frau Informationen und Hilfe erhält. Donum vitae Emsland gibt zugleich zu bedenken, dass diese gesellschaftspolitische Frage nicht auf dem Rücken der Ärzte ausgetragen werden solle. Die Folgen seien auch im Emsland und der Grafschaft Bentheim erkennbar, wo keine Ärztinnen oder Ärzte einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen.