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06.12.2019, 08:31 Uhr | (c) Ingo Hinrichs
MIT Meppen informiert sich über den Polizeidienst
Besichtigung der Meppener Polizeidienststelle
Zu einem Vortrag über die Polizeiarbeit und eine Besichtigung der Dienststelle in Meppen hatte die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU geladen. Polizeioberrätin Martina Schümers als Leiterin der Dienststelle und Günter Reisner als Vorsitzender der MIT konnten dazu rund dreißig Mitglieder begrüßen. Bei der Besichtigung erhielten die Besucher einen Einblick in die Arbeit der Wache und hatten die Gelegenheit einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Interessante Informationen gab es anschließend in einem Vortrag von Martina Schümers.
Mitglieder der Mittelstands- und Wirtschaftsunion im Kreisverband Meppen
Meppen -

Im Bereich der Körperverletzungen entfallen rund ein Viertel aller Straftaten im Meppener Stadtgebiet auf das sog. „Bermudadreieck“. Nach einem Spitzenwert von fast einhundert Delikten im Jahr 2008 konnte die Zahl der Straftaten durch ein 2010 eingeführtes gemeinsames Maßnahmenkonzept seitens der Meppener Polizei, des Landkreises und der Stadt Meppen zwar deutlich reduziert werden, die Fallzahlen stiegen aber insbesondere nach Aufhebung der Sperrzeit im Juni 2013 wieder deutlich an. Mit aktuell rund 75 Fällen ist das Gebiet weiterhin ein Kriminalitätsschwerpunkt. In Zukunft soll der Bereich durch mehrere auf die Wache der Polizeidienststelle aufgeschaltete Kameras videoüberwacht werden. Im Haushalt der Stadt waren bereits für das Jahr 2019 Mittel für diese Installation bereitgestellt worden, die nach einer notwendigen Anpassung des Kostenrahmens nunmehr im kommenden Jahr realisiert werden soll. Der Landesdatenschutzbeauftragte hat der Maßnahme zugestimmt, durch die in der Regel nur zu den „Risikozeiten“ (Fr./Sa. nachts bzw. in den Nächten vor Feiertagen) Daten aufgezeichnet werden, die regelmäßig kurzfristig wieder überschrieben werden, sofern sie nicht von Ermittlungsrelevanz sind.

SV Meppen – hoher Anteil von „Risikospielen“
Rund zwei Drittel der Heimspiele des SV Meppen gelten aufgrund der Gewaltbereitschaft der auswärtigen Fangruppen im Polizeijargon als „Gelb“- oder „Rotspiele“, also Spiele mit einem hohen oder sogar sehr hohen Risiko für gewalttätige Auseinandersetzungen. Während die Einsätze bei den Spielen mit geringerem Risiko mit einem kleineren Kräfteaufgebot aus der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim dargestellt werden können, müssen bei den Risikospielen zumindest eine oder sogar mehrere Hundertschaften angefordert werden. Ohne sich genau festlegen zu wollen, liegen die Kosten für Risikospiele laut Schümers „leicht bei 100 Tsd. € und mehr“. Mit diesem Konzept sowie dem Bau einer Sicherheitszentrale, der Installation einer Videoüberwachung im Stadion und einem ausgeklügelten Transport- und Sitzplatzkonzept sei die Lage aber in der Regel gut zu beherrschen. Die mitreisenden Meppener Fans bei Auswärtsspielen werden nach der Bewertung der dortigen Sicherheitskräfte als besonders „alkoholaffin“, aber in der Regel nicht von sich aus als gewaltsuchend eingestuft.

Weniger Einbrüche – mehr Betrugsversuche
Die Zahl von Straftaten wird zu Vergleichszwecken in „Taten pro 100 Tsd. Einwohner“ gerechnet. Ein deutlich erkennbarer Trend in dieser Statistik ist, dass größere Städte gegenüber dem ländlichen Raum schlechter dastehen. Erfreulich ist, dass Meppen vergleichsweise gut abschneidet und als sichere Stadt gelten kann. Insgesamt gab es im Altkreis Meppen bis Ende 2018 gut 6800 Straftaten. Der Ausländeranteil der Straftaten liegt bei rund 30 %.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat von 2013 bis Ende 2018 von rund 180 auf rund 120 Fälle abgenommen. Schümers sieht den Grund zum einen in den verstärkten Kontrollmaßnahmen der Polizei in diesem Bereich sowie auch im gestiegenen Sicherheitsbewusstsein der Bevölkerung. Durch relativ einfache Maßnahmen wie das Verschließen der Fenster auch bei nur kurzer Abwesenheit, das „Vortäuschen von Anwesenheit“ durch automatische Lichter und ein Mindestmaß an Sicherheitstechnik sei hier schon viel erreicht. Leider stark zugenommen haben aber Betrugsdelikte. Das sind Fälle, von denen der „Enkeltrick“ wohl der bekannteste ist. Durch die psychologisch agierenden Täter würde ein enormer Druck ausgeübt. Arglose oder ältere Menschen würden dann leicht zu Opfern. Durch ein gesundes Misstrauen sei hier schon viel gewonnen. Niemals würde – so wie die Täter das vorgeben – die Polizei über den Notruf 110 anrufen oder die Herausgabe von Wertgegenständen oder Geld verlangen. Der beste Rat: Nicht auf ein Gespräch einlassen, einfach auflegen und Unbekannte nicht in die Wohnung lassen.

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